Interview

 

Lieber Herr Axmann, Sie zaubern seit Ihrem 6. Lebensjahr. Was hat Sie als Kind an der Zauberei so begeistert?

Wahrscheinlich das Spielerische an der Zauberei. Man muss lange tüfteln und probieren, bis man einen verblüffenden Effekt erzielt, mit dem man sein Publikum begeistern kann. Ich hatte als Kind viele Hobbys, aber Zauberei hat mich am meisten fasziniert.

 

Sie unterscheiden sich von anderen Zauberkünstlern, in dem Sie Zauberei mit Notebooks, iPads und Smartphones betreiben. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Schon 2006 hatte ich in einer Wettbewerbsnummer einen Fernseher als digitales Element, mit dem ich gezaubert habe. Das war damals der erste Schritt in Richtung „Media-Magier“. Seit es 2010 das iPad gibt, haben sich im Bereich der virtuellen Zauberei ganz neue Möglichkeiten ergeben. Es ist handlich, hat ein super Display und sieht auch noch magisch aus. Mittlerweile macht es mir großen Spaß, in meinem Programm mit dieser ganzen Technik zu zaubern. Vor allem weil ich es nicht futuristisch und abstrakt aussehen lasse, sondern als „Digital Native“ damit völlig selbstverständlich und spielerisch umgehe. Das kommt vor allem bei Firmen gut an, die z.B. bei Tagungen Ihren Mitarbeiten die Angst davor nehmen wollen, mit Tablet-Computern zu arbeiten.

 

Woher nehmen Sie sich die Inspiration für neue Ideen?

Ich „brainstorme“ sehr viel. Indem ich z.B. in einem Café sitze und nachdenke, aufschreibe und Ideen kombiniere. Besonders kreativ bin ich interessanterweise auch auf Reisen im Auto, Zug oder Flugzeug. Die Inspiration kommt aber von überall her. Aus dem Alltag, aus Filmen, aber auch von den Events selbst.

 

Wenn Sie zurückblicken, welcher Auftritt ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben und warum?

Das waren wahrscheinlich meine Auftritt in China. Es war ein wahnsinniges Erlebnis, mit 25 Shows vor jeweils rund 2000 Chinesen in einem großen Theater im Rahmen eines Magic Festivals aufzutreten. Ein Publikum mit einer völlig anderen Kultur, das ganz anders und besonders euphorisch reagiert.

 

Was ist für Sie das schönste an Ihrem Beruf?

Wahrscheinlich die Tatsache, dass ich immer privates mit beruflichem verbinden kann. Mein Beruf ist auch mein Hobby und meine Leidenschaft. Ein lockerer Abend mit Freunden kann eine hervorragende Inspirationsquelle für eine neue Nummer sein. Andersrum lerne ich auch immer gern neue Städte und Leute kennen, wenn ich außerhalb meiner Heimatstadt Berlin gebucht bin. In dem Moment, wo ich gerade diese Fragen beantworte, fliege ich z.B. nach Miami, um dort auf einer internationalen Fachmesse für ein Hamburger Unternehmen aufzutreten. Und das Anfang Februar bei 30 Grad – wunderbar.

 

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft, was kommt nach dem iPad?

Es geht bei mir immer mehr in Richtung „Show-Vortrag“, bei dem ich zunächst als Redner angekündigt werde, dann aber für das Publikum überraschend zum Entertainer werde. Ich experimentiere gerade mit Augmented und Virtual Reality Brillen, nach wie vor mit Smartwatches usw. Die digitale Entwicklung ist rasant und ich bin lieber Gestalter statt Getriebener.

 

Abschließend: Der Zauberkasten ist das klassische Lernmittel für angehende Magier. Wie sieht es bei der digitalen Zauberei aus, wie kann man diese erlernen?

Ich habe auf dem Gebiet der digitalen Zauberei in den letzten zehn Jahren extrem viel vor dem Spiegel, in meiner Requisiten-Werkstatt und live vor Publikum probiert, experimentiert, verworfen, geändert und geforscht. Ich glaube einfach so erlernen kann man das (noch) nicht.

 

 

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